Seit fast 40 Jahren ist der Rapid-Charly bei allen Rapid-Spielen mit dabei. Wir haben das grün-weiße Fan-Unikat zum Interview getroffen und mit ihm über seine Villacher Wurzeln, gefährliche Situationen in Belgrad und Vorurteile gesprochen.

Anfang der 1980er-Jahre sah ich Karl Finding zum ersten Mal im Eisenstädter Lindenstadion. Neben seinem Rapid-Charly-Outfit hatte er als zusätzliche Auffälligkeit beide Arme in Voll-Gips. Mit seinem alle überragenden Zylinder und den viele Bierbecher an seine Lippen führenden Helfer-Händen war sein Sonderstatus unter den Fans schon damals augenscheinlich. Auch heute noch muss man bei einem Interview mit der Fan-Ikone einiges an Extra-Zeit für Unterbrechungen durch Fanwünsche aller Art einrechnen. Aber kein Problem, hätte das Interview mit meinem „Jugendhelden“ aufgrund eines Missverständnisses doch fast nicht stattgefunden: Ein verschobener Fototermin und ein vergessenes Gebiss konnten aber nicht trennen, was zusammengehört – unseren Zeitplan haben sie trotzdem ordentlich durcheinandergewürfelt.

Ich hoffe, Dir sind durch unsere Verspätung keine Unannehmlichkeiten entstanden?
Ka Problem, ich bin ja auch z‘spät gekommen, weil ich die Zähnt vergessen habe. Es waren eh nur zwei Stationen, dort hat‘s mir der Bua nachgebracht. Wenn ich schon fotografiert werd´… (lacht) Wos wüst wissen von mir?

Ich habe Dich das erste Mal Anfang der 1980er-Jahre im Eisenstädter Lindenstadion mit zwei Gipsarmen gesehen und war sofort ein Rapid-Charly-Fan. Auffällig war, dass auch Hans Krankl damals mit Gips-Fuß unterwegs war – gab es einen Zusammenhang?
Nein, wir haben keine Rauferei gehabt. (lacht) Ins Burgenland sind wir immer gerne gefahren, auch zu Freundschaftsspielen. Zum Beispiel mit dem Bus nach Horitschon. Dort war alles lockerer. Da geht die Wirtin vorbei und ich frag‘: „Wüst a an Hocka?“ Und die macht gleich einen Schluck vom Roten aus meinem Glas, ein Traum.

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