Keiner konnte so schön finster schauen, keiner so wunderbar säbelbeinig zu Werke gehen: Trifon Ivanov war ein Großer des Fußballs und nicht zuletzt auch unseres Klubs. Mit seiner Hilfe schafften wir es 1995 ins Europapokal-Finale, die „Wunderheilung“ im Vorfeld der Lissabon-Auswärtspartie wird medizinisch wohl für immer ein Mysterium bleiben. Am 16. Februar starb der Bulgare überraschend an Herzversagen, er war erst 50 Jahre alt. Trifon machte Sachen, die man nicht machen darf. Beispielsweise von der Rapid zur Austria wechseln. Oder Vokuhila tragen. Was wir sonst niemandem verzeihen, ihm verzeihen wir es, diesem schrägen Typen, diesem ewig Unangepassten. Er buhlte nicht
um Liebe, sie flog ihm zu. 20.000 Menschen kamen zu seiner Beisetzung. Sein Grab liegt auf dem Friedhof von Weliko Tarnowo, der einstigen Hauptstadt Bulgariens, wo er seine letzten Jahre verbrachte und einst das Fußballspielen gelernt hatte. Um das provisorische Holzkreuz sind je ein Fanschal des heimischen Fußballklubs und von ZSKA Sofia gebunden – der nächste Besucher aus Wien möge doch bitte einen Rapid-Schal mitnehmen und dazuhängen. Forza Trifon!

1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar