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In unserer fünften Ausgabe haben wir uns ausführlich mit Rapids problematischer Beziehung zum österreichischen Cup auseinandergesetzt.

Wo bleibt der Fußball-Lenz denn nun? Gegen den WAC hat er ganze sechs Minuten vorbeigeschaut. Für dieses Spiel war es genug. Drei Tore, eines schöner als das andere. Im Cup war wieder alles anders, oder eben doch nicht. Hat gegen die Kärntner wenigstens die zweite Halbzeit und letztlich das Ergebnis gepasst, verlor man gegen die Admira mit zunehmender Fortdauer des Spiels die Kontrolle über selbiges. Kaum flüssige Angriffe, nicht einmal den vielbeschworenen Ballbesitz brachte man zu Stande. Das elende Cup-Thema ist damit wieder einmal vorzeitig Geschichte. Viel Zeit zum Jammern bleibt glücklicherweise nicht. Am Sonntag steht schon das 316. Wiener Derby auf dem Programm. Im Horr-Stadion macht die Austria den Gastgeber und auch wenn die Tabelle anderes suggeriert: Fürchten brauchen wir uns vor den Violetten nicht, denn deren Frühjahrsauftakt war nur dem Cup-Ergebnis nach besser.

Achtung vor Standardsituationen!
Das Spiel in Grödig gewann die Austria letztendlich dank ihrer großen – manche sagen einzigen – Stärke in dieser Saison: Die Standardsituationen. Da müssen unsere Burschen voll konzentriert sein am Sonntag. Die Veilchen haben in dieser Saison nicht weniger als 18 Treffer (bei 35 Volltreffern insgesamt) nach Standardsituationen erzielt. Gut, davon haben wir in letzter Zeit viel gelesen. Noch interessanter finde ich allerdings den Zeitpunkt. Die Austria nutzt ihre Stärke nämlich gerne um das erste Mal im Spiel anzuschreiben. 13 Mal ist die Fink-Elf in dieser Saison 1:0 in Führung gegangen, 9 Mal davon war es nach einer Standardsituation. Das zeigt einerseits natürlich ihre Gefährlichkeit auf, andererseits ist das auch ein schönes Indiz, woran es den Favoritnern noch mangelt. Aus dem Spiel heraus werden sie nämlich erst wirklich gefährlich, wenn sich Räume auftun, idealerweise dadurch, weil der Gegner einem Rückstand nachjagt. Steht der Gegner tief und lässt die Austria das Spiel machen, dann tut sie das zwar, aber mit wenig Durchschlagskraft.

Die gefährlichsten Spieler
Alexander Gorgon bekommt in letzter Zeit viel Lob. Er ist aktuell der Topscorer der Austria, die Hälfte seiner zwölf Treffer resultiert allerdings aus Elfmetern (genau genommen 5 plus dem Elfmeternachschuss im ersten Derby der Saison). Neben Gorgon werden wohl Kayode (8 Saisontreffer) und Venuto (traf im Herbst zweimal gegen Rapid bei der 1:2 Niederlage in Grödig) auf den Flügeln agieren und vorne Kevin Friesenbichler stürmen. Letzterer hat im Cup das einzige Tor beim sehr glücklichen Sieg über den LASK erzielt. Kayode und Venuto sind ähnliche Spielertypen. Schnell und wendig, Zug zum Tor, manchmal fehlt das Auge für die Mitspieler, oft die Präzision im Abschluss.

Violette Ausfälle
Mit Grünwald (gesperrt), Kehat und Almer (beide verletzt) fallen drei Stammspieler bei den Violetten aus. Kein Nachteil. Vor allem Grünwald wird der Austria sehr fehlen, ist er doch eigentlich der einzige, der Holzhauser beim Spielaufbau unterstützt. Holzhauser aus dem Spiel zu nehmen wäre ein ganz wichtiger Baustein für Derbysieg Nr.130. Da sind auch unsere Offensivspieler gefragt, denn Austrias Nummer 26 lässt sich ähnlich wie Petsos gerne zu den Innenverteidigern zurückfallen, um den Spielaufbau zu starten.

Die Grünen
Erfahrungsgemäß wird es im Derby nur kurze Phasen geben, in denen das Spiel geordneter abläuft. Vor allem der Beginn wird sehr zerfahren sein. Unsere Burschen müssen da die Zweikämpfe annehmen und dürfen sich nicht einschüchtern lassen. Die Austria wird hier viel Energie investieren. Barisic wird hoffentlich dementsprechend die Startformation wählen. Ein Mittelfeld mit Petsos, Grahovac – Kainz, Schwab, Hofmann wäre dem zu erwartenden Zweikampfinferno der ersten halben Stunde sicher gewachsen.

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