Es ist schwierig, ein Fan von Hans Krankl zu sein. Es ist schwierig, kein Fan von Hans Krankl zu sein. Im Zweifelsfall schlägt das Pendel aber zu jener Seite aus, auf der er steht, den Ball annimmt, Gegner und Mitspieler nicht beachtet, nach vorne stürmt, einschießt. Und sich feiern lässt.

Hans Krankl Pfarrwiese 1978

Ballesterer #58. Dez./Jänner 2010/11

Der Schlusssatz des großen Portraits unter dem Titel „Wiener Blut“ legt noch einmal den wichtigsten Einflussfaktor auf das Bild, das sich Österreicher von Hans Krankl bilden, dar. Hans Krankl, das ist der Goleador, der Jahrhundertrapidler. Wer ihn nicht live spielen sah, dem fehlt eine wesentliche Erfahrung. Für viele steht der Name Krankl heute in erster Linie für den Trainer- und da vor allem für den Teamchef Krankl, der mit skurril anmutenden Auftritten das Gesicht des österreichischen Fußballs gab, der es nicht schaffte, sich von der Nostalgie und Vereinsmeierei zu befreien und die Zukunft in Angriff zu nehmen. Das war nicht Krankls Schuld, aber er konnte auch nichts daran ändern. Als Trainer war sowieso irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber falsche Entscheidungen hat Krankl auch schon als Spieler getroffen, wie in dem Artikel dargelegt wird.

Den ganzen Artikel findest du hier.

Im großen Interview spricht der Jahrhundertrapidler dann selbst:

Wenn ich narrisch war, habe ich Blödsinn geredet. Da ist alles aus mir herausgesprudelt, was nicht immer so geschickt gewesen ist. Aber diese Spontaneität, diese Natürlichkeit, das Echte – das mögen die Leute.

Einmal sage ich es noch: Wir haben Spanien 2:1 geschlagen! Wenn du das heute einem jungen Menschen erzählst, glaubt er es dir nicht. Spanien! Im Velez-Sarsfield-Stadion von Buenos Aires, vor 45.000 Argentiniern, die nicht zu uns geholfen haben. 2:1! Das ist genauso viel wert wie Cordoba.

Wenn ein Obertrottel wie der Paul Breitner schreibt, wir würden zu sehr unseren Idolen aus der Vergangenheit nachhängen, dann frage ich mich, wen störe ich? Wen halte ich auf?

Das (leider nur in gekürzter Fassung veröffentlichte) Interview findest du hier.

Eine Doppelseite über Krankls Zeit in Barcelona rundet die Geschichte ab. Leider ist diese nicht online zu finden und das großartige Heft kann auch nicht mehr nachbestellt werden. Wer die Gelegenheit hat sonst irgendwie einen Blick darauf zu erhaschen, sollte diese Chance in jedem Fall wahrnehmen!

 

Kommentare sind deaktiviert