Das war sie also wieder, die schreckliche, fußballlose Zeit. Viel zu lange hat sie gedauert. Aber: Endlich ist sie vorüber, und endlich gibt es wieder Normalität. Vorbei ist die Dominanz der unendlichen Fadesse des wintersportlichen Nationalismus, jetzt geht es wieder um wirklich Wichtiges, unser Verein ist wieder da und es beginnen erneut die Tage der Hoffnung, des Ärgers und – so wollen wir es hoffen – der großen Spiele. Möge der Februar so beginnen, wie der Dezember geendet hat!

Ried ist zwar nicht Salzburg, aber Provinz sind sie für uns beide.
Und Provinzialismus hatten wir jetzt wochenlang. Das alpine Österreichbild hat uns lange genug gequält, da sind die rotbackigen Mädels und Jungs um die Stangen gekurvt, sind Abfahrten herunter gebraust, dass es seine Art hatte, und haben Schanzen bewältigt – alles zum Wohle der Nation und dem diverser Sponsoren.

Unsere kulturell durchmischte urbane Fußballkultur schien unrettbar verschwunden, so über die Maßen präsent glänzte die Welt der modernisierten Lederhosen. Wie Andreas Gabalier musikalisch die Vorherrschaft eines ländlich geprägten Österreich anzeigt, so tun dies unsere alpinen (und nordischen) Helden und (wenngleich weniger drastisch gefeiert) Heldinnen im Bereich des Sports.

Ab nun aber nicht mehr unwidersprochen. Mit dem wenigen Schnee schmilzt auch der Wintersport dahin, die Metropole meldet sich zurück, unsere Rapid ist ihr schönster und trefflichster Ausdruck. Fußball war stets eine urbane Angelegenheit, und dies gilt es gegen die Begehrlichkeiten und Prätentionen der Dorfklubs zu behaupten. Es liegt nicht zuletzt an unserem Verein, die Verhältnisse wieder zurecht zu rücken.

Wir aber müssen, ja können wieder hinaus und rein in das nicht sonderlich geliebte Oval des Happel-Stadions. Begeben wir uns weg von den Fernsehgeräten, lösen wir uns vom Provisorium der Premier League, das uns die letzten Wochen hat überstehen lassen. Vergessen wir Liverpool, Chelsea und Leicester (notabene: vielleicht schaffen die Foxes doch den Klassenerhalt!), ab jetzt gilt nur eines: Vorwärts Rapid!

Ursprünglich ist dieser Einwurf in der Ausgabe #5 erschienen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion von Forza Rapid.

Hinterlasse einen Kommentar