In Ebendorf, das ist anscheinend in der Nähe von Mistelbach, hat jemand bis vor kurzem eine Puch Maxi zum Verkauf angeboten. 800 hat sie gekostet, Motor und Auspuff und Bremsanlagen neu gemacht und dann auch noch dieser Rapid Wien-Look, der Rahmen war nämlich weiß mit eleganten bis kitschigen grünen Streifen und schließlich überall, wo es grad so hingepasst hat, das Logo unseres Lieblingsvereins. Manchmal tu‘ ich nämlich viel grübeln und sinnieren und bilde mir ein, wie lässig es doch war, auf einer Puch Maxi herumzubrausen. Nicht, dass ich eine Rapid-Maxi hatte, meine war eher ziemlich blau und genau genommen eine SR-2 mit angenehmen weichen Griffen. Sie knatterte herrlich und dank der 42 km/h Spitzengeschwindigkeit konnte ich sogar, das war der Oberbegriff der stupiden Lässigkeit, während der Fahrt Zigaretten schmauchen. Einmal hatte ich einen Unfall, der ging zum Glück gimpflich aus und meinen Unfallgegner habe ich als Arschloch beschimpft, weil meine Gabel komplett hinüber war, bis die Polizei kam.

Jedenfalls würde ich mir nie im Traum ein Moped im Rapid-Look kaufen. Erstens wäre sie mir viel zu schade zum Fahren. Zweitens würde ich sie, vor allem in meiner Brigata Graz-Pickerl-Nachbarschaft, keine zwei Tage heil irgendwo stehen lassen können. Letztens sah ich einen Skoda Rapid, das ist eigentlich mein Traumauto, nicht nur wegen dem Namen, ganz ehrlich. Dem fehlte hinten das „Rapid“, es war sehr hässlich mit einem Messer oder so vom Lack gekratzt worden. Im Auto meiner Eltern hängt, neben einem kleinen Zinnjesus auf einem kleinen Kreuz aus Holz, zumindest schon das erste Utensil meines Traumautos – über das ich ursprünglich schreiben wollte, wäre nicht diese Rapid-Maxi dazwischen gekommen –: Ein schöner gestreifter Rapid-Wimpel, erstanden nach meinem ersten Besuch im Rapideum und nur für jetzt den Eltern geborgt. Früher war ich ab und zu mit Studienkollegen kicken und nahm sie im elterlichen Wagen noch ein Stück des Weges mit. Einer, der heute bei einer großen Wiener Zeitung schreibt und auch Sturm-Fan ist, hat in einem unbeobachteten Moment den Wimpel trotz Jesus herunter gerissen und ins Handschuhfach geworfen. Besonders mein Vater hat sich dann geärgert ob dieser durchdachten Stichelei. Die Rechnung folgte aber und Sturm verlor zu meiner Freude einige Tage danach gegen einen Wiener Verein. Wenn’s auch nicht gegen Rapid war.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion von Forza Rapid.

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