Gesagt, getan. Wie schon ein wenig in der letzten Ausgabe dieser Kolumne angekündigt, fahre ich nun einen wunderschönen grünen Škoda Rapid. Nach dem ersten Match in der Bundesliga-Saison im neuen Stadion – oida, es war heiß, aber geil – bin ich sofort zum Fancorner geeilt und habe mir einen Autowimpel gekauft. Dabei stieß ich sogar ein kleines Kind um, was mir wirklich sehr leid tat, aber erst im Nachhinein. Gestern fuhr ich mit einem Freund nach Misselsdorf. Das liegt in der Nähe von Mureck, und das wiederum nahe der Grenze zu Slowenien. Jedenfalls ein Euzerl von Graz entfernt. Dem Freund gefiel mein Emil, wie ich den Rapid liebevoll nenne (lustigerweise hat der Gründer von Škoda auch so geheißen) ziemlich gut. Obwohl grün und obwohl Rapid und obwohl er natürlich Sturm Graz-Fan.

Die haben übrigens gestern gegen Ried verloren und ziemlich scheiße gespielt, was mir natürlich ungemein gefiel. In Graz, müsst ihr nämlich wissen, hat man nach dem fulminant gewonnenen Auftaktspiel gegen die Dosen schon das Wörtchen „Meister“ in den Mund genommen, hiesige Zeitungen haben euphorisch schon vom Titel geschwärmt, wenn man denn nur so weiterspielen würde. Misselsdorf hingegen ist traditionell eher rot als schwarz. Auch politisch, weil beim Feuerwehrfest echt sehr viele Leute da waren. Gekannt haben wir natürlich keine Sau, aber als passionierte Dorffestgeher hat uns das nicht im Mindesten gestört. Etliche Whiskey-Cola, Bowle und nur Cola für mich später dann doch ein bekanntes Gesicht – eine Freundin aus meinem Grazer Rapid Wien-Freundeskreis, gemeinsam schon viele Spiele besucht, so manche Fahrt gen Wien angetreten.

Nach noch mehr Bowlen stapft ein rotgesichtiger und stark alkoholisiert Mann vorbei. Ich tippe ihm auf die Schulter. Wenn man nämlich inmitten eines steirischen Kaffs nahe der Grenze einen mit einem Rapid-Trikot sieht, muss man das tun. „Nettes Trikot“, sage ich zu ihm. Er geht natürlich gleich in Verteidigungsposition. „Wie maanst’n des? Wüst Stress?!“ Ich beschwichtige, erzähle von unserer gemeinsamen Leidenschaft. Der wütende Gesichtsausdruck verwandelt sich in ein alkoholgeschwängertes, glückseliges Lächeln. Gegen Altach heute wird’s dennoch nichts werden, meint er. Mal sehen, sage ich, und fahre später im grünen Škoda zurück nach Graz.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion von Forza Rapid.

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