Gedankenversunken starre ich auf die Tastatur. Nur mühsam bringe ich meine Finger dazu, endlich etwas hinein zu tippseln, Bewegungen zu Buchstaben werden lassen. Ich fühle mich hundeelend. Eigentlich wollte ich irgendwas über einen Supermarkt-Besuch schreiben. Ich war nämlich vor kurzem mal einkaufen und kam vollbepackt und sehr gut gelaunt, da endlich ein wenig Frühling, endlich ein wenig Sonne, endlich mal weniger Feinstaub und die Stadt Graz einfach schön, wieder heraus aus diesem Ungetüm von Supermarkt. Hin zum Auto und aufsperren und Kofferraum auf und Sachen rein und Kofferraum zu, da spricht mich eine Dame an. „Sieh an, Sie auch Rapidler? Ich nämlich auch. Aber so einen Wimpel wie Sie da im Auto haben, den tät ich mich nicht trauen, sind ja nur G’schroppen in der Stadt unterwegs!“ Sie lächelt und steigt ein und fährt davon und mein freundliches Lächeln verwandelt sich in eine entsetzte Grimasse, Marke Herzinfarkt.

Mir fällt gerade auf, dass ich doch vom Supermarkt-Besuch schreibe. Jedenfalls stehe ich dort wie ein begossener Pudel. Anstatt Freude darüber, dass mich eine Grün-Weiße ansprach und man eben zusammenhält, spüre ich nur eine massive Traurigkeit, die mich so brutal packt wie schon lange nichts anderes mehr. Zwei Punkte aus zwei Spielen. Katastrophale Leistungen, sowohl in Defensive als auch im Sturm. Eine schwerfällige Rapid, die so verschroben stockend spielt, dass man am liebsten jedem persönlich einen Arschtritt geben möchte. Fehlpässe en masse. Keine Leistungsträger. Und. Und. Und. Dies alles flutet über mich herein, bis ich von einem Hupen geweckt werde, da ich seit fünf Minuten, ohne Witz, neben meinem Auto stehe und nichts tue und einem anderen Fahrzeug den Parkplatz versperre. Ich steige ein. Und diese Leere, sie wird gefüllt von Wut, und ich weiß, dass das überhaupt nichts bringt, aber ich gebe mich dem hin. Der restliche Tag sollte ziemlich im Eimer sein, wegen dem.
Bis heute. Die Rapid, die gefühlsmäßig noch schlechter spielt als zuvor, und kommt mir jetzt nicht mit „insgesamt mehr Torschüssen als bisher im Jahr 2017“-Blabla, verliert erneut gegen diese Kärntner. Diese johlende, verkleidete Menge, die sich tierisch und zu Recht drüber freuen, erneut gegen die großen Wiener gewonnen zu haben. Nur: Wo ist die Größe, frage ich mich? Ich will nicht schon wieder wütend sein. Ich will mich nicht schon wieder ärgern. Zu spät, irgendwie.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion von Forza Rapid.

1 Kommentar

  1. Nach jedem Regen folgt Sonnenschein! Und wie der Phönix aus der Asche werden wir uns erheben,und den Rest der Liga an die Wand spielen! Irgendwann halt!

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