Das heute wird leider so ein Sudererbeitrag. Eine Momentaufnahme ohne Lösungsvorschläge. Ich ärgere mich ja relativ selten. Wirklich, ich bin ein friedliebender Mensch, und eigentlich denk ich mir immer, dass jede Sekunde, in der ich mich ärgere, eine umsonst ist. Wenn was schiefgeht, geht es halt schief. Ab und zu, da steigt mir schon die Wut hoch, aber dann schluck ich sie runter und atme tief ein und aus und so ein Scheiß halt, dann geht es wieder.

Nur bei der Rapid. Da ärgere ich mich momentan grün und weiß. Vor Zorn, und da hilft weder ein- noch ausatmen. Das ist irgendwie unbeschreiblich und manchmal, ja manchmal ist mir das auch ziemlich unheimlich im Nachhinein. Da könnte ich am liebsten nur brüllen vor Wut und irgendwas kaputt machen. Da zucken meine Finger und eine ungesunde Röte schleicht sich in mein Gesicht und alle Welt um mich herum weiß, dass da wieder mal was schief geht in diesen 90 Minuten. Wenn, so wie gegen Genk, Bälle nicht gestoppt werden können. Wenn man so easy-cheesy im Spielaufbau grandios grässliche Fehlpässe produziert. Wenn man mitten in der Saison einen neuen Trainer bekommt, dem ich zwar viel zutraue und ja, der Wechsel war wohl nötig, aber Zauberer ist er halt keiner, weswegen in nächster Zeit nicht viel passieren wird. Ich ärgere mich aber auch schon wegen Sachen, die viel früher geschehen sind. Wenn wir nämlich mitten in die Saisonvorbereitung hinein einen neuen Trainer bekommen, über Nacht, dessen einzige gute Leistung im Nachhinein die ist, dass er den langsamsten, unsichersten und unfairsten Verteidiger gnadenlos auf die Tribüne setzte. Ja! Sonnleitner, dieser Patient! Ich höre euch schon. Er kämpft ja so gut und so viel und soviele Tugenden und überhaupt, in der Büskens-Zeit hat er trotzdem stets am Leitbild festgehalten und eh so grün-weiß und so toll und Sonnleitner, wir lieben dich. In Wahrheit kann der sehr wenig, ich halte ihn für sehr langsam, äußerst grob bei Fouls und irgendwie so gar nicht Rapid-tugendhaft. Zudem ist er unhöflich am Telefon.

Aber klar, alles nur an einem festzumachen, das ist auch unfair, ich seh’s ja ein, da bin ich gerade abgeschweift. Ist ja nicht nur der Sonni, es ist ja auch der Schaub, der irgendwie gerade die Unsicherheit in Person ist. Es ist der Novota, der beim Gegentor in Genk übrigens sowas von beschissen ausgesehen hat, vielleicht hat sich der Payer da gerade schnell in die sichere ORF-Analyse gewunschen, anstatt als Tormanntrainer jetzt dafür verantwortlich zu sein, aber gut. Gut, dass der Hedl endlich weg ist. Und auch der Jancker, obwohl ich letzteren echt cool finde so als Mensch und Spieler aber nicht als Trainer, ich habe ein Autogramm von ihm. Nein, nicht nur der Sonnleitner, irgendwie gerade alle! Es läuft einfach nicht. Auch beim Herrn Geschäftsführer und dem Chef überhaupt, die ständig nur von Geld, Geld, Geld sprechen, und dass Rapid so gut verdient und wie gut finanziell wir dastehen und ja, sicher ist das wichtig, aber ist es wichtig? Ist das Rapid? Schießt Geld Tore, so wie gegen Krasnodar zum Beispiel? Und dazu kommt auch noch, und ja, das muss ich jetzt trotzdem erwähnen, spielerisches Pech, Pech, Pech, denn das Glück ist ein Vogerl, aber kein grün-weißes.

Diese Saison ist dahin. Mission – vergiss es. Und trotzdem höre ich irgendwann auf, mich zu ärgern, weil zu viel ärgern geht halt nicht, es ist ja doch umsonst, ich kann nichts ändern, außer sowas in die Tasten zu hauen. Irgendwann stellt sich bei mir nämlich anstatt Ärger eine gewisse Art von Teilnahmslosigkeit ein. Da wirds mir dann wurscht, ob wir gegen Sturm gewinnen oder nicht. Und da wirds gefährlich, für das geradlinige, ehrliche grün-weiße Feuer in meiner Brust, und deswegen: Forza Rapid. Und wenn nicht in dieser, dann eben in der nächsten Saison.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion von Forza Rapid.

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