Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeiteten Sektionsleiter Franz „Bimbo“ Binder und Trainer Hans Pesser akribisch an der Umgestaltung, später auch der taktischen Neuorientierung Rapids. 1949 verwob das ambitionierte Duo nach einer Südamerika-Tournee das „brasilianische System“ mit dem Wiener Stil. Und wenig später komplettierte man mit der abenteuerlichen Verpflichtung Gerhard Hanappis eine Mannschaft, die in Europa für Furore sorgen sollte. Das „zweite Wunderteam“ war wohl das Großartigste, das Hütteldorf jemals hervorgebracht hat, Anfang der 1950er-Jahre stelle man vielleicht sogar die beste Elf Europas.

Binder & Pesser – eine angriffslustige Marke, die schon in Spielerzeiten für außergewöhnliche Erfolge in Hütteldorf gesorgt hatte: Vier gemeinsame Meistertitel wurden von den Gewinnen des Deutschen Cups und der Deutschen Meisterschaft eingerahmt. Zigmal hatte Kapitän Binder die Vorlagen seines ebenfalls sehr torgefährlichen Sturmpartners vom linken Flügel versenkt. Höhepunkt beider Spielerkarrieren war das Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Schalke 04 am 22. Juni 1941, als sich Binder mit einem Hattrick zur Legende machte.

In den darauf folgenden vier Saisonen bis zum Ende des Kriegs absolvierte „Bimbo“ Binder nur mehr 13 Pflichtspiele (16 Tore!) für Rapid, Hans Pesser gar nur sechs. Für Zweiteren, den sie als Spieler „Rakete“ genannt hatten, war, nachdem er den 10:2-Kantersieg gegen den FAC am 7. Dezember 1941 mit seinem 1:0 eingeleitet hatte, überhaupt Schluss. Binder wurde kurz nach seiner Gala gegen Schalke nach Russland strafversetzt, Stalingrad „verpasste“ er wegen einer Blinddarmoperation im Hanusch-Spital. Später wurde er in der Normandie stationiert und landete in der Gefangenschaft der Franzosen.

Wie „Bimbo“ Binder von dort zurückkam und dann mit Hans Pesser an der besten Rapid aller Zeiten bastelte – nachzulesen in Forza Rapid #3.

Hinterlasse einen Kommentar